Ich mochte Fullmetal Alchemist Brotherhood wirklich, ich hab ihn regelrecht verschlungen. Zwar gab es durchaus einige Punkte, die mich an dem Anime störten aber im großen und ganzen war es einer der besten, die ich bisher gesehen habe. Klar, dass ich mich dann auf den Film "The Sacred Star of Milos" oder im Original "Milos no Seinaru Hoshi" gefreut habe, auch wenn "The Conqueror of Shambala", der Film zur ersten Anime Umsetzung von Fullmetal Alchemist, noch schwer im Magen lag.
Der neue Film macht vieles besser, aber auch einiges schlechter. Aber zuerstmal ein kleiner Überblick über die Story.
Der gesamte Film, der nur knapp unter 2 Stunden dauert ist ein einziger Filler. Er hat so gut wie nichts mit dem eigentlichen Anime zu tun, mal abgesehen davon, dass die meisten wichtigen Charaktere in ihm vorkommen. Wenn man nach dem zusätzlichen Mangaband geht, der in Japan zum Film gereicht wurde, kann man ihn wohl irgendwo zwischen Band 11 und 12 einsortieren. Jedenfalls fängt das ganze schon recht explosiv an. Man sieht eine Schlucht und einige fliehende Leute, denen von Soldaten geholfen wird. Andere sind in einer Umzäunung eingesperrt und jeder mucks wird mit einer Bleivergiftung bestraft. Danach wird man Zeuge eines blutigen Überfalls auf eine Familie, die sich mit Alchemie beschäftigt, bis man letztendlich Ed, schlafend über einem Buch vorfindet. Dieser wird unsanft von seinem Bruder Al mit einem Partyknaller geweckt, denn es ist Erntefest in Amestris.
Gerade als Al den nächsten Knaller zünden will, lässt eine Explosion sämtliche Glasscheiben des Gebäudes, in dem sich die Elric Brüder befinden zerbersten. Ein langjähriger Gefangener des Staatsgefängnisses von Amestris ist ausgebrochen. Mit Hilfe von Transmutationskreisen, die er sich mit seinem eigenen Blut auf die Handflächen gemalt hat. Natürlich machen sich die beiden direkt auf, den entflohenen zu fassen.
Ihr Weg führt sie nach "Table City" eine Stadt auf einem Plateu, umringt von einem tiefen Canyon. Auf der Gegenseite, die Nation von "Cleta" und im Canyon, das ausgebeutete Volk von Milos. Schon bei ihrer Ankunft bemerken Ed und Al, das hier wohl etwas nicht stimmt, sie werden von einer Chimäre angegriffen und müssen sich nebenbei auch noch mit einigen Angreifern im Fledermauskostüm herumschlagen. Die gesamte Story dreht sich ab diesem Punkt nur mehr um den "Sacred Star of Milos".
Der Film ist actiongeladen, gefühlvoll hier und da auch einmal ein wenig dramatisch. Und auch, wenn die Animationen und der Zeichenstil größtenteils dieselben geblieben sind, so weiß ich nicht, was sich die Zeichner in diesem Anime bei den Augen gedacht haben. Wenn es ein Element an jedem Charakter gibt, das heraussticht, dann sind das die Augen, nicht weil sie extrem gut gezeichnet sind, nein, meiner Meinung nach sind es meistens nur lieblose Farbkleckse. Ich vemisse hier gänzlich die Tiefe, die es auch vermag Gefühl auszudrücken. Alles andere ist wie gewohnt hervoragend gezeichnet und Animiert. Die Actionsequenzen sind packend, durchdacht und vollgestopft mit Akrobatik, Hut ab vor den Animatoren.
Was mich aber extrem gestört hat, war, dass jeder einigermaßen wichtige Charakter aus Fullmetal Alchemist Brotherhood natürlich im Film vorkommen musste. Riza Hawkeye, Col. Roy Mustang, Winry Rockbell, Maj. Alex Louis Armstrong. Alle kamen vor, alle haben so gut wie nichts gemacht. Roy, der abgesehen von Hughes einer meiner absoluten lieblingscharaktere im ganzen Anime ist, steht nur dumm herum und wenn er mal zur tat schreitet, dann schwenkt die Kamera zurück auf Ed oder einen der neuen Charaktere. Riza feuert im ganzen Film nur eine einzige Kugel ab, Winry darf einmal kurz Ed's Automail reparieren, weil er sie mal wieder Kaputtgemacht hat und Armstrong taucht für einen Satz gegenüber Mustang auf. Ich verstehe, dass man hier eher Wert auf die neuen Charaktere wie Julia Crichton oder Miranda legen wollte, aber warum hat man die "alten" Charaktere dann überhaupt in den Film gebracht? Er hätte durchaus auch ohne sie funktioniert. Auf den Antagonisten hingegen wurde so gut wie garnicht eingegangen. Es kam fast so herüber als wäre ihnen irgendwann der Bluthahn abgedreht worden, denn in diesem Film fließt nicht gerade wenig des roten Lebenssaftes, doch irgendwann war einfach schluss. Verletzungen die Bluten sollten, bluteten nicht, Verwundungen waren auf einmal nur noch Oberflächlich, obwohl sie zuvor noch geblutet hatten, dass es nicht mehr feierlich war. Eine Designentscheidung, die ich nicht verstehe.
Von der Soundkulisse her war der Film allerdings verdammt gut, das muss man ihm lassen. Schon direkt beim Opening kam das Gefühl zurück, dass man mal um mal beim schauen der Anime Serie hatte. Vom Ending ganz zu schweigen. Aber auch im Film selbst war die Vertonung nicht zu verachten. Die Musik war sehr passend gewählt. Auf die englische Synchronisation gehe ich an dieser Stelle allerdings nicht ein, da ich den Film nur im Originalton mit Untertiteln gesehen habe.
Mein Fazit also zu Fullmetal Alchemist Brotherhood: The Sacred Star of Milos.
Als eigenständiger Film ist er durchaus gut, aber er hat wenig von dem in sich, was Fullmetal Alchemist zu Fullmetal Alchemist macht. Die Serie hat die Latte sehr hoch gelegt und The Sacred Star of Milos schafft es nicht diese Latte zu erreichen. Er bringt einen zurück in das Universum von FMA, lässt noch einmal Erinnerungen an die Serie aufleben, aber das war's auch schon. Wem dieser Film gefallen hat, der sollte sich unbedingt die Serie ansehen, denn diese ist in vielen Punkten um einiges besser als dieser Film.
Wertung
Story: 6
Animation: 9
Zeichnungen: 8
Musik: 7
Gesamt: 7,5/10
Guter Film, aber weit entfernt von den Maßstäben der Serie.
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